Methodik - Verbreitungsatlas Libellen
Verbreitungsatlas der Libellen Deutschlands – Vorschläge zu Methodenstandards der Libellenerfassung
für die Projektarbeitsgruppe der GdO (PAG): K.-J. Conze, A. Günther & J. Ott
Die Bearbeitung des Deutschlandatlanten der Libellen erfordert neben der Zusammenführung vieler verschiedener vorhandener Datenbestände auch zusätzliche, aktuelle Kartierungen.
Dazu ist es vorteilhaft, geeignete Methodenstandards zur Erfassung der Libellen zu entwickeln.
Die PAG hat bei ihrem Treffen im August 2008 beschlossen, diesen Methodenstandard zu entwerfen. Dieser Vortrag der von der PAG
beauftragten drei Mitglieder wird erste Vorschläge, Anregungen und Begriffsdefinitionen vorstellen.
Die Standardisierung von Methoden dient dazu, dass erhobene Ergebnisse, unabhängig von Ort, Zeit und Personal, einfacher verglichen und zusammengeführt werden können.
Selbstverständlich ist aufgrund der Vielzahl von Aufgaben und Fragestellungen der Erhebungen nicht eine einzige Methode vorzugeben.
Neben der notwendigen spezifischen Lösung sollte aber bei der Auswahl der Methode stets geprüft werden, welche Aspekte im Sinne „gemeinsamer Nenner“ berücksichtigt werden können.
Wichtige Angaben sind:
- eine einheitliche Nomenklatur (z. B. die Faunenliste der Libellen Deutschlands unter www.libellula.org)
- die Sicherstellung der Nachprüfbarkeit durch konkrete und vollständige Dokumentation der Datenquelle (Beobachter, Autor, etc.)
- die Möglichkeit der zeitlichen und phänologischen Auswertung durch Angabe des vollständigen Datums und der Uhrzeit
- die möglichst Meter-genaue Georeferenzierung bzw. Angabe von Koordinaten (die auch dem Primat der Nachvollziehbarkeit dient und Grundlage für
- die Übertragung in verschiedene Koordinatensysteme ist sowie vielfältige automatische Auswertungsoptionen wie Höhen- und Naturraumzuordnung ermöglicht)
Abgeleitet sind folgende Angaben:
- standardisierte Abundanzklassen ggf. getrennt für Groß- und Kleinlibellen oder Imagines und Exuvien bzw. Larven (aber nur die Darstellung von exakt beschriebenen „Rohdaten“ lässt eine nachträgliche Übertragung in verschiedene Systeme zu!)
- standardisierte Status-Klassifizierungen, da z.B. erheblich voneinander abweichende Auffassungen zur „Bodenständigkeit“ genutzt werden
- standardisierte Erfassungsabschnitte (Trennung einzelner Fundorte an Fließgewässern oder Seeufern, Längen und Flächenangaben)
Noch stärker abgeleitet sind:
- Vorgaben zur Verwendung von Hilfsmitteln wie Kescher, Fernglas, Kamera etc.
- Vorgaben zur Anzahl und zeitlichen Staffelung von Begehungen
- Vorgaben zu den erforderlichen Witterungsbedingungen (z.B. Wind, Temperatur, Sonnenstrahlung etc.)
- Vorgaben zur Beschreibung des Fundortes (Biotoptypen, Vegetationsformen, Strukturelemente etc.)
- Vorgaben zur Dokumentation (Formblätter, Excel-Tabellen, Eingabemasken von Datenbanken, Fotos, Belegexemplare etc.)
- Vorgaben zur Weitergabe: Zentralstelle, Fristen, Freigabevermerke etc.
Die Ergebnisse werden nach der Diskussion zur Tagung als Empfehlung zeitnah auf der Internetseite der GdO veröffentlicht. Ferner möchten wir anregen, durch Weitergabe artspezifischer „Tipps und Tricks“ ein möglichst einheitliches, hohes Erfassungs- und Dokumentationsniveau zu erreichen.
K.-J. Conze – AK Libellen NRW, Listerstr. 13, 45147 Essen, Deutschland, kjc(at)loekplan.de
A. Günther - TU Bergakademie Freiberg, AG Biologie/Ökologie, Leipziger Str. 29, 09599 Freiberg, Deutschland, andre.guenther(at)ioez.tu-freiberg.de
J. Ott, L.U.P.O.GmbH, Friedhofstr. 28, 67705 Trippstadt, Deutschland, L.U.P.O.GmbH(at)t-online.dea
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